Schöner Frühling, heißer Sommer – Golfers Hoffnung, Frust und Ohnmacht – Mensch sein (Hcp. 36)

Der letzte Betrag ist schon ein bisschen her, es ist viel passiert.

Ich war dreimal beim Golflehrer in Kaschow (Golfpark Strelasund). Das erste Mal mit meinem Bruder im Kurzurlaub, sehr gut. Dann folgte eine coole Session mit dem Scope-System. Beim dritten Mal fuhr ich in der Erwartung hin, mit dem Driver die 200m zu knacken. Nichts da. Eine sehr ernüchternde Trainingsstunde folgte. Sehr nett, aber bestimmt wurde klar gemacht, bevor das mit Eisen nicht gut funktioniert, ist das mit den Hölzern Blödsinn. Hölzer-Verbot vom Golflehrer. Schluck. (Ein 3er Hybrid wurde nicht verboten.)

Vor dieser letzten Trainerstunde hatte ich noch meinen vermeintlich neuen Lieblingsschläger erhalten, ein Ping Karsten Hybrid 3 (H3). Foto folgt.

Par Tag

Klasse Teil, dachte ich. Die Runde vor der letzten Stunde überzeugte durch zwei, coole Pars:

Bahn 4, guter (bester) Abschlag (H3), nicht so guter zweiter Schlag, sehr flach (H3), dritter Schlag ok (H3) 94m zur Fahne, vierter Schlag 9er-Eisen, aufs Grün, siehe Foto. Putt und drin.

Bahn 9, guter Abschlag, sehr krasser zweiter Schlag. Ich wünschte es wäre ein Draw, aber es war wohl ein sehr langer Hook, landete aber auf dem Grün, zwei Putts und drin.

Die kurzen Bahnen versemmelte ich in der Runde.

Hoffnung

Nach dieser letzten Stunde übte ich mit den Eisen:

  • Gerade Ausholen – eher gefühlt mit der Bewegung des Schlägers und der Arme außen bleiben.
  • Der Abschwung beginnt mit einer Bewegung und Rotation des Körpers nach vorne. Dadurch haben Arme und Schläger Platz nach unten.
  • Die Arme und Schläger gehen nach unten. Die Bewegung des hinteren Arms verläuft sehr dicht am Körper (der Oberarm hat quasi Kontakt zum Körper).
  • Von innen nach außen – durch diese Bewegungsabfolge kommt der Schlägerkopf, interessanterweise, innen runter und kann nach außen den Ball treffen.
  • Ball-Boden-Kontakt war eine harte Nuss. Tausendmal gehört, der Schlägerkopf soll den Ball treffen und dann erst den Boden (und nach dem Ball, ein schön, von innen- nach außengehendes Divot erzeugen). „Guter Ball-Eisen-Kontakt“ fällt da so vom Golflehrer. Hier habe ich mich echt schwer getan. Ich wusste gar nicht was mein Ziel ist. So folgten viele, ziellose Range-Bälle, einige tiefe Löcher im Gras vor dem Ball und ein nutzlos, zerteilter Regenwurm. Allerdings waren so zwei Schläge mit dem 5er Eisen dabei, die trafen und wie. (Hier folgt nun das Gefühl, wenn ein Golfschläger den Ball richtig trifft und der Ball sauber fliegt, mit schönen Luftgeräuschen des Schlägerkopfs, prägnant kurzen Kontaktgeräusch und einem gerade und weit fliegenden Golfball – das ist wohl das Gefühl,  das Golf zu dem macht, was es ist. Für alle die dieses Gefühl erlebt haben, gehört Golf fortan zum Leben dazu. Für alle die noch nicht Golfspielen, bleibt diese Begeisterung unverständlich.
  • „Auf den Ball hauen“ – das kommt nicht vom Golflehrer, sondern von mir. Mir kam irgendwann (so seltsam es klingt), mein Ziel ist es, erst den Golfball und dann den Boden zu treffen, dann haue ich eben auf den Golfball (gefühlt von oben „drauf“).

Nicht missverstehen Ball und Boden treffe sehr zuverlässig, nur halt nicht in immer in der gewünschten Reihenfolge. Und nur wenn die Reihenfolge stimmt, fliegt der Ball, dann aber sehr beeindruckend.

Frust und Ohnmacht

Nach dieser letzten Stunde war Schluss mit Handicap verbessern. Es war auch Schluss mit den Ball verlässlich treffen. In den dann folgenden Turnieren, mehr als sieben, war nur Frust. Auch die Trainingseinheiten waren seltsam. Mal traf ich den Ball, so mit Piff-Geräusch des Schlägers und viel cooler mit Zisch-Geräusch des Balls. Ein einander Mal hackte ich in den Boden, vor dem Ball, als gäbe es kein Morgen und ich suchte nach Öl.

Woche um Woche, Training um Training, Turnier um Turnier …

… ohnmächtig, wechselten sehr coole Treffer mit schlimmen Dingern.

Ich begann mich zu erinnern, dass bevor diese schlimmen Wochen losgingen, dass das Erfolgsrezept beim Abschlag mit dem Driver eine ganz, ganz lockere, (sanfte) Schlagbewegung war. Ich packte den Driver wieder ein.

Das Sanfte schien zu wirken. Es folgte ein EDS mit einer guten Runde. Mein Handicap fiel von 39 auf 37.

Mensch sein (Hcp. 36) – der erste Knoten platzt

Eben letzte Woche habe ich was entdeckt, meine Füße. Von all den vielen, vielen Dingen, die beim Schlagen berücksichtig werden müssen (oder auch nicht) habe ich nicht darauf geachtet, wie ich die Füße belaste.

Kurz gesagt, zwei Trainings und zwei Runden später, eine neutrale Fußbelastung scheint diesen Knoten platzen zu lassen. Ich treffe den Ball.

Am Dienstag ist Turnier, ein Punkt bis zum Mensch sein. Drückt die Daumen.

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Nachtrag: Dienstag: 9-Loch After-Work Turnier: Brutto: 6, Netto: 23, Neues Handicap: 34,0  : )

Das dritte Turnier

Keinen Ball verschossen
18-Loch ein Ball
Ein gefundener: Top Flite 1

Erstes Turnier

Ich war schon ein bisschen aufgeregt. Es war ein 9-Loch After-Work Turnier und es fanden sich neben mir noch zwei weitere Teilnehmer. Ich starte mit Handicap 54, logisch. Es waren zwei nette Spielpartner. Es fing im Laufe des Turniers an zu nieseln, störte aber nicht weiter. Alle Abschläge kamen an (sehr vorsichtig geschlagen, dafür ohne Slice). Eisenschläge waren ok. Putten lief konzentriert. Am Ende waren es 4 Brutto und 27 Netto. Mein Handicap hat sich um 9 Punkte auf 45 verbessert.

Zweites Turnier

Es war ein Turnier über 18-Loch. Ich war eigentlich nicht mehr aufgeregt. Dies änderte sich, als ich den Abend vor dem Turnier die Startliste gemailt bekam. In meiner Spielergruppe sollte eine Person sein, mit der ich nie und nimmer Golf spielen will. Ich googlete, wie das mit ungewollten Flight-Partnern so ist. Es scheint nicht vorgesehen zu sein, dass Turnierteilnehmer mit der Turnierleitung die Flight-Zusammenstellung optimieren. Ich habe nicht gut geschlafen. Ich musste hin, um persönlich vielleicht was zu machen. Ich war eine Stunde vor Turnierbeginn da. Die Person erschien nicht viel später. Kennt Ihr die situationsbedingte, fehlende Möglichkeit zur Eskalation? Wenn ich hier getrollt hätte, hätte ich mir im Zweifel, einen neuen Club suchen können (vielleicht übertrieben, aber wohl die gefühlte Situation). So habe ich nicht getrollt. Ich spielte mit einem Menschen Golf, dem ich in anderen Situationen nicht mal die Hand geben würde. Es folgte eine taubstumme Runde Golf, über fast fünf Stunden. Ich war angespannt und versemmelte jeden zweiten Abschlag, teilweise mehrfach. Eisenschläge fast ok. Putten ok. Punkte? Netto: 22 Brutto: 1, glaube ich. Also das war wohl nichts. Newbie-Erkenntnis: Entspanntheit und Konzentration scheinen eine gewisse Bedeutung für das Golfspiel zu haben.

Drittes Turnier

Es war ein Turnier über 18-Loch. Sechs Teilnehmer meldeten sich zum Turnier. Ich hatte eine coole Spielgruppe. Ich war entspannt, ein bisschen unsicher, des Abschlags wegen. Es lief gut. Die Abschläge slicten ein bisschen, mehr und mehr, im Laufe der Runde. Aber sie waren noch so, dass der Ball nicht verloren ging. Eisenschläge gut. Putten konzentriert. Punkte: 42 Netto und 5 Brutto. Juhu, das Handicap verbessert sich um 6 Punkte auf 39.

Der Ball

Und hier ist er nun, der Ball mit dem ich ganze 18-Loch gespielt habe. Er kommt in die Vitrine.

Erstes Par : )

Bahn 8 ein Par 3

146m vom Abschlag. Wenn das 7er-Eisen trifft, geht der Ball so knapp 150m. Also das 7er für den Abschlag.

Der olle Slice ist wieder da und wie. Die Bälle fliegen wie ein Boomerang. Weite ist ok, aber dieser Slice ist schlimm. Dabei hätte ich das schonmal kurz weg.

Naja, Abschlag, der Ball fliegt weit, aber eben mit sehr viel Slice und landet ungefähr 50m vom Löch entfernt auf dem Fairway. Das Fairway der Bahn 7, aber immerhin.

Das Wedge ausgepackt, ein lockerer Probeschwung und dann mit Gefühl den Ball sauber getroffen. Kein Slice! Der Ball fliegt hoch und wieder runter und rollt kaum.

So 1,2m zum Loch!

Ein konzentrierter Putt. Jääh, das erste Par.

Jetzt beginnt langsam die Tunier-Saison im Club. Wenn ich den Slice in Griff bekomme, freue ich mich drauf.

Verrücktes kleines Ding, das Swing Caddie SC200

Wie geht das? Radar, ok, aber wie kann ein Taschenrechner großes Kästchen das machen? Schlägergeschwindigkeit, zumindest qualitativ, zuverlässig. Ballgeschwindigkeit irgendwie auch. Das Ding weiß, ob der Ball fliegt oder nicht. Ob das von den Zahlen her quantitativ stimmt, weiß ich nicht, aber die Zuverlässigkeit mit der die „nette“ Stimme bestätigt, dass der Schlag wohl zu sehr Boden hatte, ist sehr, sehr beeindruckend.

Verrücktes Ding.

https://www.voicecaddie.com/en-us/34/SC200-Swing-Caddie

Auf der Seite kostet das Ding 350 $.

Ich konnte es für 280 Euro finden. Ob es für den sportlichen Erfolg lohnt, ist mir noch nicht klar. Aber, dass das Ding das kann, was es kann und macht, ist sicher auch die 350 $ wert, aus technisch beeindruckter Sicht.

Verrücktes Ding.

Platzreife – Handicap 54

Nach einem intensiven 5-Tage Kurs, wurde eine Urkunde zur Platzreife übergeben.

Sie, die Platzreife, ist nur erlangt, wenn innerhalb von 12 Monaten eine Mitgliedschaft in einem Golfclub folgt. (Anderes Thema)

Amateur-Golf mag ein wenig anstrengender sein als der Schach-Sport, aber der 5-Tage Kurs war sportlich. Mit Blasen an den Fingern und so. Und laufen, sehr viel laufen (hier meine ich gehen, aber sehr viel davon).

So haben wir, die Kursteilnehmer, doch alle es geschafft diesen Kurs erfolgreich abzuschließen. (Auch noch ein anderes Thema)

Wir ernteten neben der Urkunde auch noch so ein vermeintliches Kopfschütteln von einer Golfspielerin, die schon länger spielt: „… für meine Platzreife waren 6 Monate erforderlich …“ (Vielleicht auch noch ein Thema)

Neben dieser nett gemeinten Verachtung gab es noch den Kommentar eines anderen Pros des Golfclubs Fleesensee http://fleesensee-golfclub.de/ : „… jetzt seit ihr Hacker …“ Und hier war wohl nicht die nette Computer-Variante gemeint. (Ja, das liebe, arme Gras)

 

Urlaub zu Ende – Golf ja oder nein?

Wohl erst mal: Ja

Erstmal zu unserem nächstgelegenen Golfclub, dem ehrwürdigen Hanseatischen Golfclub Greifswald http://www.golfclub-greifswald.de/

Klein aber fein (Vorgriff: tolle Grüns, schnell und sehr stabil) – und alle waren nett.

Also den Verantwortlichen vor Ort waren wohl der 5-Tages-Platzreife-Kurs auch nicht geheuer. Es wurden noch 5-mal eine Stunde mit Pro vor Ort vereinbart und ein Putter gekauft.

Betreiberin: „… Driving for the show, putting for the money …“

Putten ist langweilig. Aber wohl genau richtig eingeschätzt.

 

Ein, zwei Wochen später den Aufnahmeantrag gestellt. (Wurde wohl vom Vorstand genehmigt)

Ein Satz gebrauchte Eisen erworben. (Stand jetzt: Schläger-Fitting ist überbewertet.)

 

Dann – Wildscheinschäden!

Jetzt, wo ich doch spielen könnte, wurde der Platz gesperrt, wegen Wildschweinschäden. (und was für Schäden, unglaublich)

… befreundeter Golfclub erlaubt, als Ausweichmöglichkeit, spielen auf seine Plätzen …

… sehr schöne, riesige Anlage … bespielt …

… practice@home? …

… Holz 3 gekauft …

… Driver gekauft …

… unser Platz wird erst mal mit Schäden wieder freigeben …

… Score in verloren Bällen pro gespielter Bahn …

… erstes Turnier … (freu mich drauf – da ist irgendwas mit Handicap 36)

 

Der Text entsteht mit einer gewissen Zeit vergangen, aber Golfen scheint Spaß zu machen.